​Langweiliger Sex? - Hier ist das wichtigste Heilmittel

​Anne hat es satt.

Bevor sie auch nur einen Kuss ausgetauscht haben, wusste sie schon in welche Richtung das geht.Die liebevollen Berührungen nimmt sie schon gar nicht wahr.

Beim Sex täuscht sie halb begeistertes Stöhnen vor, während er in exakt 6,5 Minuten in ihr kam. Langweiliger geht Sex kaum.

Kurz kuscheln, saubermachen und der Abend ging weiter wie zuvor.
Immerhin hatte sie in der Zeit die halbe Einkaufsliste im Kopf zusammengestellt. Die Luft ist irgendwie raus. Der Sex fühlt sich wie Hausarbeit an. Sie ist enttäuscht, sauer und fühlt sich machtlos. Aber vielleicht ist das ja normal in einer längeren Beziehung? Eigentlich hat sie ja auch besseres zu tun als sich um das Thema Sex zu kümmern. Karriere zum Beispiel.

Vielleicht geht es dir auch so. Du siehst überall Techniken und Methoden wie man ein eingerostetes Sexleben wieder aufpolieren kann. Aber weder die neue Wäsche noch Plüsch-Handschellen haben da was geändert. Du bist frustriert.

Das muss nicht sein. Dir fehlt nur eine wesentliche Sache. Der Grund für Sex, so angestaubt wie der Dachboden deiner Großeltern liegt noch tiefer. Du kannst sämtliche Techniken und Tricks vergessen, wenn du diese eine Sache nicht lernst und integrierst.

*eine gespannte Atempause mache*

Es ist die Selbstliebe.

Ja dieses große magische Wort was momentan in aller Munde ist und schon als Gral der Persönlichkeitsentwicklung bezeichnet wird. Aber trotz des Hypes: Es ist wahnsinnig wichtig sich selbst zu mögen. Denn warum hast du Sex, der dich langweilt? Bist du dir wirklich so wenig wert? Was hält dich zurück, das aktiv zu ändern?

 

Warum die Selbstliebe so wichtig für das Sexleben ist

Selbstliebe ist in keinem Bereich unwichtig. Aber gerade beim Sex tendieren wir zu mehr Kompromissen als uns lieb ist. Wir fügen uns dem Partner und nach einiger Zeit schleift sich Sex nach Gebrauchsanleitung ein.

Du weißt was wann kommt und dass der Sex mit seinem Orgasmus beendet ist. Klar, da ist die Unzufriedenheit hoch und Langeweile kommt auf. Die Selbstliebe ermöglicht es dir, für dich einzustehen. Du kennst und schätzt dich mit allen Macken und Bedürfnissen. Und das heißt eben auch, dass du dein Sexleben aktiv gestaltest und nicht passiv daliegst. Es ist immer leichter, die Schuld auf den unkreativen und langweiligen Partner zu schieben. Aber nur du bist für dich verantwortlich und kannst in deinem Sinne handeln. Und damit auch Veränderungen beim Partner anregen.

 

6 Fragen, die du deiner inneren Selbstliebe stellen kannst um den langweiligen Sex zu entrinnen


Auch wenn du es dir (noch) nicht vorstellen kannst, du trägst in dir die Selbstliebe. Du musst sie nur wieder aktivieren und lernen, was wir im Laufe unseres Erwachsenwerdens verlernt haben. Diese Fragen können dir helfen, ihr auf die Spur zu kommen und dein Sexleben wieder aktiv zu gestalten:

 

1. Möchte ich mehr oder weniger Sex?

Bist du mit der Frequenz zufrieden? Gibt es bestimmte Zeiten, in denen du mehr/weniger Lust hast (vielleicht hängt das mit deinem Zyklus zusammen? – Beobachte dich doch mal für einen Monat)?

Beispiel: Anne hätte gern weniger Sex, aber dafür länger und intensiver. Sie hat gemerkt, dass sie unter der Woche kaum den Kopf frei bekommt für entspannten Sex. Sie hat entdeckt, dass sie morgens nach dem Ausschlafen am Wochenende am meisten Lust hat.

 

2. Was bedeutet für mich guter Sex?

Was muss dafür erfüllt werden und was ist nice-to-have? Wünschst du dir den schnellen Quickie vor der Arbeit oder liebe lange Sessions am Abend?

Beispiel: Für Anne bedeutet guter Sex vor allem die Erregung voll auszukosten. Ein Orgasmus ist für sie nicht Pflicht, aber eine lange und intensive Stimulation ihrer Lustzentren. Sie möchte nicht nur Schema „3 Knöpfe hier drücken und 2 da“ sondern jedes Mal ein bisschen was anderes ausprobieren. Es soll für sie ein ausgeglichenes Nehmen und Geben sein.

 

3. Was sind meine Tabus und No-Gos beim Sex?

Gibt es Dinge, die du nicht leiden kannst, aber trotzdem mit dir machen lässt? Welche Grenzen möchtest du (noch) nicht überschreiten? Lasse dich von deinen Erfahrungen und Gefühlen leiten, aber verschließe dich nicht vor Neuem.
Beispiel: Anne hat ab und zu Analsex mit ihrem Freund, empfindet dabei allerdings nichts und möchte das in Zukunft auch nicht mehr machen. Sie mag außerdem die Schmatzlaute von ihm beim Lecken nicht, da es sie zu sehr ablenkt.

 

4. Möchte ich mehr bestimmen im Bett oder möchte ich mehr geführt werden?

Vielleicht bist du es jahrelang gewohnt nur in der einen oder anderen Position zu sein. Möchtest du das? Oder willst du den Ton angeben/dich mal völlig fallen lassen?
Beispiel: Bei Anne hatte es sich irgendwie „ergeben“, das ihr Freund fast immer der aktive Part war. Sie würde gerne mal selbst die komplette Führung übernehmen.

 
5. Habe ich genug Solosex und Orgasmen, die mich befriedigen?

Die Lust und Sexualität beschränkt sich ja nicht nur auf den partnerschaftlichen Sex. Nimmst du dir auch so Zeit für dich und befriedigst dich? Hättest du gerne mehr Orgasmen? Vielleicht ist es Zeit für ein neues Spielzeug als Ergänzung?
Beispiel: Anne hat ihre Sexualität selten alleine ausgelebt weil sie das Gefühl hatte, es sei was „Gemeinsames“. Ihr fehlen jedoch die Orgasmen und sie erinnert sich gerne an die Zeit zurück, in der sie als Single oft Abends vor dem Schlafen gehen masturbiert hatte.

 
6. Kann mir mein Partner meine sexuellen Wünsche und Gelüste erfüllen?

Vielleicht hast du bisher unerfüllte Fantasien und Wünsche. Was hat dich in Pornos oder Geschichten erregt? Welche sexuellen (Tag-)Träume hast du?
Wie kannst du das deinem Partner erzählen? Wie kannst du deine Wünsche anderweitig ausleben?
Beispiel: Anne möchte gerne mal mit einer Frau schlafen, hat sich bisher aber nicht getraut, das anzusprechen aus Angst vor Unverständnis. Jetzt sucht sich gemeinsam mit ihrem Freund nach einer Lösung.


Ich kann dir schonmal verraten, das solche Fragen unangenehm sein können. Man möchte sich als Mensch nicht hinterfragen (oder den Partner!) und lieber in seiner Blase bleiben.

Aber wenn du dauerhaft lustvollen und spannenden Sex haben möchtest musst du dich mit deinen innersten Wünschen und Bedürfnissen auseinandersetzten und sie ehrlich (!) kommunizieren. Es erfordert Mut den Partner damit zu konfrontieren. Es könnte Ablehnung kommen. Aber das bist du dir wert. *ermutigend auf die Schulter klopf*

Selbstliebe ist ein langer Prozess und keine billige 5-Minuten Methode. Doch der Weg wird sich lohnen. Für dich und dein Sexleben.

Liebe dich. Und deine Lust.

  • 21. Juni 2019
>